Alte Industriebauten

Industriegebäude aus dem letzten Jahrhundert

Es sind historische Gebäude und andere bauliche Anlagen aus der Gründerzeit und der Industriealisierung, die auch als Industriekultur bezeichnet werden könnten. Markante Industriearchitektur fand man früher in der Stadt, heute an den Städträndern und oft in gesonderten Gebieten. Auch Frankfurt am Main war eine Industriestadt mit Brauereien und chemischer Industrie sowie Elektrotechnik und Werkzeugbau. Dort war der Architiekt Peter Behrens sehr aktiv. Und die meisten Fabriken hatten einen Gleisanschluss.

Die markante Architektur ist durch den besonderen Stil und das verwendete Baumaterial gekennzeichnet. Mauern aus dekorativem Ziegelmauerwerk und insbesondere die Fassaden sind aus Stein und sofort durch sichtbares Mauerwerk erkennbar. Als Sichtziegelfassade bestanden sie oft aus zweifarbigen Klinkersteinen. Sie sind noch an vielen Stellen zu finden, direkt mit Straßenfront oder etwas versteckt auf dem Grundstück. Vergangene, teilweise vergessene Gebäude, ein stillgelegter Industriestandort oder mit neuem Leben gefüllte, alte Gebäude und Hallen. Andere sind aus dem Straßenbild verschwunden. 

Vier Gruppen lassen sich unterscheiden:

  • unveränderte Standorte
  • Umnutzungen. Durch Umbau bzw. Anbau wurden sie zu neuen Gebäuden.
  • die „Dornröschen“ oder Geisterorte, deren ursprünglicher Geschäftszweck aufgegeben wurde
  • Verschwundene. Da ist die eine oder andere Fabrik dem Abriss-Bagger zu Opfer gefallen und das Grundstück wird anderweitig, meist zu Wohnzwecken genutzt.

Die Bauformen und -stile in Verbindung mit den verwendeten Baumaterialien sind beeindruckend und üben große Anziehungskraft aus. Es ist Backstein (auch Ziegelstein genannt) in unterschiedlichen Farben; teilweise mit Sandstein kombiniert. Beides sind Baustoffe aus heimischer Herkunft. Backsteinfabriken gab es immer dort, wo Ton im Boden lag und abgebaut werden konnte. Sandstein war regional in Steinbrüchen abbaubar.


Hier Beispiele von unveränderten Standorten:

Dies sind Orte, an denen die Gebäude und deren Nutzung unverändert sind (Beispiel Michelsbräu) und andere Fabriken, deren Gebäude teilweise abgetragen und der „Rest“ einer anderen Nutzung zugeführt wurden (Beispiel Mayfarth).

Michelsbräu, Babenhausen

Mayfarth, Frankfurt a.M.

Oehler, Offenbach


Neue Gebäudekomplexe sind durch Um- und Anbau von weiteren Bauteilen an die alte Bausubstanz, verbunden mit einer Änderung der Nutzungsform:

Der wohl bekanntester Standort hierfür ist die Europäische Zentralbank:  aus der alten Frankfurter Großmarkthalle ergänzt um ein Hochhaus wurde die neue EZB.

Pokorny, Frankfurt a.M.

Adlerwerke, Frankfurt a.M.


Dornröschen. Das sind Fabriken, deren Gebäude die Blütezeit hinter sich haben. Teilweise werden die kleinen und großen Gebäude und Hallen in einzelnen kleinen oder großen Tranchen neu genutzt. Manche gammeln vor sich hin,  verfallen teilweise und werden zu Ruinen. Beispiele hierfür sind:

MSO, Offenbach

BfB, Neu-Isenburg

Bautz, Großauheim


Verschwunden sind nicht nur alte Gebäude, auch ganze Fabriken. Die Lage des Grundstücks war so übermächtig, dass die Bauten abgerissen wurden und meistens wohnbauliche Nutzung realisiert wurde.

Schwellenwerk, Langen


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